Könnte man aus der Katastrophe des verschobenen Eröffnungstermins des Flughafens Berlin-Brandenburg etwas lernen?
Der Eröffnungstermin für den neuen Flughafen Berlin-Brandenburg musste zum zweiten Mal verschoben werden. Die Absage des bisher vorgesehenen Termins 3. Juni erfolgte erst am 8. Mai, also ca. 3 Wochen vorher und überraschte angeblich alle Beteiligten. Die Folgen sind unübersichtlich, aber heftig. Außer den Kosten für den schon fertig geplanten Umzug werden Schadensersatz- und andere Folgekosten von (wahrscheinlich zu gering) geschätzten 150 Millionen Euro pro Monat Verzögerung fällig werden.
Nun sind solche Probleme – wesentliche Terminverschiebungen und exorbitante Kostensteigerungen – nicht die Ausnahme, sondern die Regel bei solchen Großprojekten, genannt seien hier nur das Projekt Toll-Collect (Streitwert des Schiedsverfahrens inzwischen 7 Milliarden Euro), die Entwicklung der Gesundheitskarte oder die Hamburger Elbphilharmonie. Diese Projekte hatten bzw. haben zwar alle einen öffentlichen Auftraggeber und standen bzw. stehen deshalb unter besonderem Interesse der Öffentlichkeit, aber die methodischen Fehler, die bei diesen Projekten zu beobachten sind, treten natürlich auch bei vielen privatwirtschaftlichen Projekten auf. So gehen z. B. Untersuchungen über Softwareprojekte von einer durchschnittlichen Zeit- und Kostenüberschreitung um mindestens 50% aus.
Es handelt sich dabei um grundlegenden Fehler in der Methode der Projektplanung und –Durchführung, die uns ja vielleicht Anlass geben könnten, aus ihnen etwas zu lernen:


