| 28.+ 29. Juni 2012 | Berlin |
| Projektmanagement mit MS Project | |
| 2. + 3. Juli 2012 | Berlin |
| Agiles Projektmanagement (SCRUM) mit MS Project | |
| 4. Juli 2012 | Berlin |
| Fortgeschrittenes Projektmanagement mit MS Project | |
News - Blog
Scrum ist ein Prozess, aber keine Projektplanungsmethode. Die Planung für die einzelnen Sprints wird ja in die Hoheit des Teams gegeben, das ist ja die produktivitätssteigernde Neuartigkeit dieses Verfahrens (siehe den Abschnitt 4.4. „Scrum als Prozess“ in meinem Buch zu Project 2010, hier als kostenloses Download bereitgestellt). Wenn die „neue“ Planungsmethode darin bestünde, die Planung auf den Horizont des jeweils nächsten Sprints zu reduzieren, wäre sie die Aufgabe jeglicher Projektplanung.
Wenn man in den Unternehmen nachfragt, die in ihrer Entwicklung nach dem Scrum-Prozess arbeiten, hört man, – manchmal zwar etwas zurückhaltend – dass natürlich eine Gesamtplanung für das ganze Projekt vorgenommen wird. Das mögen die Ansprüche des Auftraggebers sein, aber auch interne Gründe der Terminüberwachung und/oder die Steuerung des Einsatzes der Mitarbeiter bei mehreren Teams, die eine Planung über den gesamten Horizont der Projektlaufzeit unverzichtbar machen.
Die Frage ist natürlich, in welchem Verhältnis die Planung der einzelnen Sprints zur Gesamtplanung steht. Diese Ausführungen wollen zeigen, wie das Time-Boxing der Sprints dargestellt werden kann und wie innerhalb der Sprints mit dem in Project 2010 Professional neuen Feature des „Teamplaners“ eine Ressourcenplanung einfach per Drag und Drop vorgenommen werden kann.
(Korrigierte Version vom 13.11.201. Bei der ersten Version waren leider Bilder vertauscht bzw. falsch.)
Ressourcengetriebene Planung steht im Gegensatz zur vorgangsgetriebenen Planung. Alle Projektmanagement-Tools, die Termine berechnen, machen dies mit der in die Programme eingebauten Netzplantechnik, die aus dem Projektanfangstermin, den Vorgängen und Ihrer Dauer und den Anordnungsbeziehungen die Termine berechnet. In dieser Planung sind die Ressourcen nur Anhängsel der Vorgänge und bei Überlastung von Ressourcen geht man im Prinzip davon aus, dass man überlastete Ressourcen durch andere ersetzen kann.
In vielen Bereichen – genannt sei der Software- oder der High-Tech-Bereich – sind jedoch die Ressourcen nicht (oder nur sehr schwer) austauschbar. Und da hilft es mir gar nichts, wenn das Programm einen Vorgang dahin legt, wo er nach dem Projektablauf liegt, wenn die für diesen Vorgang unbedingt benötigte Ressource zu diesem Zeitpunkt nicht verfügbar ist. Hier müsste es im Prinzip eine Möglichkeit geben, dass das Programm den Termin dieses Vorganges so berechnet, wie er sich aus der Ressourcenverfügbarkeit ergibt. Dies nenne ich ressourcengetriebene Planung und hier hat die Netzplantechnik ein Problem. Wir wollen mal schauen, wie man in MS Project 2010 damit umgehen kann.
Man sieht ja schon auf der Startseite der Homepage, dass mein neues Buch zum Projektmanagement mit MS Project 2010 erschienen ist. Man kann sich das Vorwort, das Inhaltsverzeichnis, die Project-Übungsdateien und eine Lesprobe über “Scum als Prozess” herunterladen. Auf der Seite des Hanser-Verlages gibt es auch noch eine weitere Lesprobe zur “Kapselung” der Projekte herunterzuladen.
Ich habe auf dem Forum eine neues Forum zur Diskussion des Buches wie auch des Videos eingerichtet. Besonders würden mich Meinungen interessieren, welches Medium besser geeignet ist, diese Inhalte zu transportieren. Aber natürlich auch Kritik und Verbesserungsvorschläge.
Schon vor einiger Zeit (wohl Ende Juni 2011) ist ein Service Pack 1 für Project 2010 und Project Server 2010 herausgekommen. Ich sehe zwar zur Zeit nicht, welche Fehler damit behoben werden (z. B. nicht die Fehler, die ich hier in einem früheren Blog beschrieben habe), aber bei mir läuft das Programm nach der Installation der Service Packs sehr “rund”.
Hier die Links zum Download der Dateien:
Project 2010
32 Bit Version:
http://www.microsoft.com/downloads/de-de/details.aspx?FamilyID=c72141fe-d264-4f6e-ae09-d0fbd32de5d5
64 Bit Version:
http://www.microsoft.com/downloads/de-de/details.aspx?FamilyID=ce1fd136-a1f4-4ff5-909b-50808d6f39cb
Project Server 2010
http://www.microsoft.com/downloads/de-de/details.aspx?FamilyID=6790e0b5-3c2a-473a-a3d0-f408d01cb71a
Auf den Download-Seiten kann noch die Sprache ausgewählt werden und es gibt die technischen Anleitungen. Gratis!
Als der Hersteller von Lehrvideos, video2brain, bei mir anfragte, ob ich ein Video zum Projektmanagement mit Project 2010 machen möchte, war ich sehr skeptisch. Einmal weil ich dieses Medium nicht kannte und gar nicht wusste, was mich da erwartete. Zum Zweiten finde ich meine Stimme und auch mein Auftreten in Videos (früher einmal in einem Video in einem “Train the trainer”-Kurs aufgenommen) fürchterlich.
Das erste Video erläutert die in Project 2010 neue Methode der ” manuellen” Planung:
Wenn man die Schwierigkeiten mitgemacht hat, die die Version von Project 2007 bei ihrem Erscheinen hatte und die nur durch diverse Updates nach und nach behoben wurden, kann man mit dem Stand der Version 2010 von Project, noch ohne weitere Updates, wirklich zufrieden sein.
Uns sind bisher nur zwei, doch wenn man sie nicht kennt doch störende, Fehlfunktionen aufgefallen:
1. Kein Wechsel in der unteren Ansicht im geteilten Bildschirm
Man kann in Project 2010 den Bildschirm teilen (wie in Project 2007 über Fenster/Teilen) über das Symbol Details anzeigen in der Gruppe Eigenschaften in den Menüs Aufgabe oder Ressource oder über die Aktivierung der Checkbox Details im Menü Ansicht (Gruppe Elemente anzeigen).
Wenn man nun die Ansicht in der unteren Bildschirmhälfte wechseln will, wird leider die gewünschte Ansicht in der oberen Bildschirmhälfte eingeblendet und nicht in der unteren Bildschirmhälfte, selbst wenn man diese, was man natürlich muss, vorher ausgewählt hat:
Vorher:
In der unteren Bildschirmhälfte hat sich nichts getan, aber die gewünschte Ansicht wurde in die obere Bildschirmansicht eingeblendet!
Unterschiede manuelle Planung zur automatischen Planung:
Keine Warnung vor einem Terminplankonflikt bei manueller Festlegung?
Zunächst ist man ja überrascht, dass man in Project 2010 bei manueller Planung sogar ganz ordentlich gewarnt wird, wenn man z. B. Untervorgänge über den Termin des dazugehörigen Sammelvorganges schiebt (rote Roll-up Balkendarstellung am Sammelvorgang) oder wenn man mit Anordnungsbeziehungen arbeitet und dabei mit den manuell festgelegten Terminen in Konflikt gerät.
Umso erstaunlicher ist es, dass man bei Verletzung von manuell festgelegten Meilensteinen als Phasenabschlüsse nicht in der gleichen Art und Weise vor dem Terminplankonflikt gewarnt wird, wie den Vorgängerversionen ab Project 2000 (oder auch schon 98) bis Project 2007.
Bei automatischer Planung:
Hier das Beispiel, natürlich Project 2010, mit der Warnung vor einem Terminplankonflikt bei einer Termineinschränkung. Hier die Ausgangslage:
Ich lege einen Vorgang, hier den Meilenstein, in den Informationen zum Vorgang mit einer „Muss enden am“ Einschränkung auf einen Termin fest, der später als der berechnete Termin ist, um eine Pufferzeit einzubauen:
Project 2010:
Abkehr von der Berechnung der Termine durch das Programm – ein Paradigmenwechsel in der Anwendung von Projektmanagement-Tools?
Projektmanagement und Netzplantechnik entstanden gemeinsam und gehören untrennbar zusammen. Als bei den Großprojekten der NASA oder bei amerikanischen Militärprojekten Projektmanagementmethoden entwickelt und angewendet wurden, war dies identisch mit der Entwicklung der Netzplantechnik.
Die Entwicklung der Programme zum Projektmanagement ist eine Fortentwicklung in der Anwendung der Netzplantechnik: Die ersten Programme waren karge Anwendungen der Netzplantechnik, um aus Vorgängen, Aufwänden oder Dauern und den Anordnungsbeziehungen die Termine zu errechnen und liefen auf Großrechnern. Es bedurfte schon eines ordentlichen Expertenwissens, um diese Spezialprogramme zu bedienen. Mit der Entwicklung leistungsfähiger PC’s und besonders der grafischen Benutzeroberflächen wurde das Ganze bedienungsfreundlicher und grafisch ausdrucksvoller gestaltet – z. B. wurden Balkenpläne und Pfeile für die Vorgangsbeziehungen Standard-Darstellungen.
Aber bis heute gilt, dass jedes ernstzunehmende Programm zum Projektmanagement in seinem Kern ein Instrument zur Terminberechnung ist - was für nette Dinge immer man drumherum dazugepackt hat. Der Produktivitätsgewinn, den der Einsatzes eines PM-Tools generiert, ist, dass bei Änderungen (diese soll es in der Projektarbeit tatsächlich manchmal geben) die Auswirkungen durch das Programm berechnet und angezeigt werden und der Benutzer nicht selbst, naja, sagen wir ca. 80 Vörgänge neu berechnen und die neuen Termine neu eingeben muss. Allerdings entsteht damit das Problem, dass der Anwender jedenfalls die Grundzüge der Netzplantechnik verstehen muss, um sinnvoll und produktiv mit dem Programm umgehen zu können.
Microsoft Project hat schon immer versucht, auch den einfachen, sagen wir offen, den naiven, Anwender auch zum Zuge kommen zu lassen, indem man die Anfangs- und Endtermine einfach eingeben kann. Allerdings ist das bei vielen Vorgängen viel Arbeit und es führt zu Problemen, da dann die Berechnungen, die das Programm mit seinen eingebauten Rechenmechanismen durchführt, oft nicht mehr kompatibel sind mit den eingegebenen Terminen oder umgekehrt. Meist gab es bei intuitiver Anwendung des Programms ein heilloses Durcheinander von Berechnungen und Eingaben, das wirklich kein Mensch mehr verstehen konnte. Viele Anfragen an die (angeblichen oder wirklichen) Experten hatten einfach den Tenor: “Was rechnet das blöde Programm?”